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Donnerstag, 14. Januar 2016

Neil MacGregor: Deutschland. Erinnerungen einer Nation (2015) - Besprechung


Neil MacGregor – ausgerechnet ein Engländer! – hat ein großes Buch über Deutschland geschrieben, mit dem Untertitel „Erinnerungen einer Nation“. Er streift, wenn man von Karl dem Großen und der Hanse absieht, durch die Geschichte der letzten 600 Jahre, von Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks bis zum Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses. Er befasst sich mit den Künstlern so gut wie mit der Politik, mit Märchen so gut wie mit Porzellan und Bier. Knapp die Hälfte der 600 Seiten hat er für Bilder reserviert, die den leicht lesbaren Text noch anschaulicher machen.
Die letzten 10 der 30 Kapitel befassen sich mit der deutschen Geschichte seit Bismarck. Ich zähle die Themen auf, damit man sich eine Vorstellung des Kaleidoskops machen kann, das MacGregor entwirft:
Bismarck
Käthe Kollwitz
Die Inflationen
Beseitigung der „entarteten“ Kunst
Buchenwald (und die Torinschrift)
Vertriebene Deutsche
Wiederbeginn (die Trümmerfrauen)
Die neuen deutschen Juden
Barlachs Engel
Der Reichstag in Berlin
Als Deutschlehrer kannte ich vieles von dem, was MacGregor schreibt; trotzdem habe ich das Buch mit Freude gelesen, auch wegen der schönen Bilder. Am meisten gelernt habe ich über das ehemalige Heilige römische Reich deutscher Nation, das – mit Abstrichen – in der EU möglicherweise in veränderter Gestalt neu ersteht.

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