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Donnerstag, 1. November 2018

Maria C. Barbetta: Nachtleuchten (2018) - angelesen


Bis S. 213 bin ich vorgedrungen, habe 43 der 100 Kapitel gelesen und muss gestehen: Ic h weiß nicht, worum es in diesem Buch geht, außer um Ereignisse in Argentinien im Jahre 1974, dem Todesjahr Perons und des revolutionären Priesters Carlos Mugica (dazu gibt es eine Notiz im SPIEGEL und einen Artikel in der englischen Wikipedia).
Der erste Teil, also die ersten 33 Kapitel liest sich einigermaßen flüssig: Sie kreisen um 11jährige Schülerinnen einer Nonnenschule, die eine junge progressive Schwester Maria verehren, welche auf geheimnisvolle Weise auf einmal in Zivilkleidung verschwindet. Dabei sprechen die Mädchen eine Erwachsenensprache, die nicht zu ihnen passt („pikiert“, „die vom Leben verhätschelte Ariadna“, „Sie … kultivieren zudem ihre eigenen Phantasmen...“ - ich wüsste gern, wann die Autorin zum letzten Mal mit 11jährigen Mädchen gesprochen hat, vgl. auch S. 176!).
Da wir schon bei der Sprache sind: Was eine expressionistische Sprechblase ist, weiß ich nicht, kann ich mir auch nicht denken; dass man einer Untergangsstimmung durch Sirenengeheul „Nachdruck verleihen“ kann, halte ich für eine schräge Metapher, aber die indirekte Rede beherrsche ich im Gegensatz zur Erzählstimme bzw. der Autorin (S. 172).
Im zweiten Teil werden ständig neue Figuren im Zusammenhang mit der Arbeit in der Autowerkstatt „Autopia“ eingeführt, so dass ich den Überblick verloren habe und auch keinen Zusammenhang mit dem ersten Teil erkennen konnte. So habe ich mich schließlich gefragt: Was habe ich mit den Problemen des Peronismo mit und ohne Peron um 1974 zu tun? Wozu soll ich das alles lesen? Und weil ich darauf keine Antwort wusste, habe ich die Lektüre eingestellt, zu der mich eine Rezension in der SZ („Weltliteratur“) verführt hatte. Für das Verständnis des ersten Teils ist es übrigens hilfreich, wenn man einen katholischen Hintergrund hat.

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