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Samstag, 21. März 2020

Friedrich Schiller: Die Götter Griechenlands (1793) - Analyse

Da ihr noch die schöne Welt regiertet…
Text: http://www.glw.uni-jena.de/iglmedia/Matuschek/Goetter_Griechenlands_7_5_.pdf (1. und 2. Fassung im Vergleich) – es werden die Strophen, nicht die Verse gezählt
Aufbau: Das Gedicht ist ein Klagelied (Elegie): Ein Ich (12, 13, 14) beklagt den Verlust der schönen Welt, die von den griechischen Göttern erfüllt war (1 – 11), und stellt ihr die eigene Welt gegenüber (12 – 15), die von geistlosen Naturgesetzen beherrscht wird. Doch „im Gesang“ (16), also in der Kunst könne die verlorene Welt weiterleben, ist der tröstliche Schluss.
Erläuterungen
(1) Venus Amathusia: Venus aus Amathunt (an der Südküste Zyperns, Hauptsitz der Venusverehrung, vgl. Str. 5)
(3) Helios: der Sonnengott
Oreaden: Bergnymphen
Dryas: eine Baumnymphe
Najaden: Wassernymphen
(4) Tantals Tochter: Niobe. Sie stellte sich als vielfach Mutter über die Titanin Leto, weshalb alle ihre Kinder getötet wurden; aus Schmerz darüber erstarrte sie zu einem Stein.
Syrinx: Die Najade Syrinx verschmähte die Liebe Pans; auf der Flucht vor ihm wurde sie in ein Schilfrohr verwandelt. Der Atem des zornigen Pan erzeugt im Schilf einen ergreifenden Klang; er fertigte aus einem Schilfrohr seine Flöte (Syrinx).
Philomela: wurde von ihrem Schwager Tereus vergewaltigt und ihrer Zunge beraubt, schließlich von Zeus in eine Schwalbe verwandelt
Demeter: Muttergottheit, für Fruchtbarkeit zuständig
Persephone: ihre Tochter, sie wurde von Hades geraubt
Cythere: latinisierte Form von Kythereia (Beiname der Aphrodite); einer ihrer Geliebten war der schöne Adonis, den Persephone für sich behalten wollte und den ihr eifersüchtiger Gatte Ares in Gestalt eines Ebers tötete
(5) Deukalion: Sohn des Prometheus, Stammvater der Hellenen; er wurde als einziger mit seiner Frau aus einer Sintflut gerettet, da Prometheus sie gewarnt hatte
Pyrrha: seine Frau
Leto: eine Geliebte des Zeus, Mutter der Artemis und des Apollon
Heroen: Halbgötter
Amor: römischer Liebesgott
(6) Kamöne: italische Quellnymphe, Muse
Grazie: eine der drei Göttinnen der Anmut (römisch)
(7) Isthmus von Korinth, eine Landenge; die Isthmischen Spiele gehörten zu den großen griechischen Wettkämpfen, sie fanden alle zwei Jahre statt (u.a. Wagenrennen)
(8) Evoe: Jubelruf bei den Bacchusumzügen
Thyrsus: der mit Weinreben und Efeu bekränzte Stab der Bacchanten bei Aufzügen und Prozessionen; den Wagen des Bacchus ziehen Leoparden oder Tiger (hier: Panther)
Faun: römischer Gott oder Waldgeist
Satyr: Begleiter des Dionysos (Bacchus), tierhaft mit menschlichem Oberkörper
Mänaden: Begleiterinnen des Dionysos
(9) Genius: der persönliche Schutzgeist eines Mannes (römisch)
Orkus: Gott der Unterwelt (römisch)
Thraker: Orpheus, der so schön singen konnte, dass er seine tote Frau Eurydike in der Unterwelt suchen durfte
Erinnyen: Rachegöttinnen
(10) Elysium: die Insel der Seligen
Linus: Sohn des Apollon, Bruder des Orpheus, Musiklehrer des Herakles
Alceste (Alkestis): Frau des Admetos, den sie grenzenlos liebte
Admet: Gatte der Alkestis
Orestes: Freund des Pylades
Philoktet: bekam als Waffenträger des Herakles nach dessen Tod dessen Giftpfeile
(11) Wiederforderer der Toten: Herakles, der dem Admetos seine für ihn in den Tod gegangene Gattin wiedergab, nachdem er sie dem Thanatos abgerungen hatte (? oder erneut Orpheus, vgl. 9)
Zwillingspaar: Kastor und Pollux, ein helles Sternbild
(13) Selene: Mondgöttin
(16) Pindus: griechisches Gebirge; dort versammelten sich die Musen um Apollon

Analyse
Zu Beginn richtet das Ich seine Worte an die Götter Griechenlands („ihr“, 1, vgl. 6, 7) und an Venus, die schöne Göttin in Amathunt. Es beklagt, dass es zu deren Zeit „ganz anders, anders“ (1) war – als heute ist zu ergänzen, wobei dieses Heute die Welt des späten 18. Jahrhunderts ist (vgl. 12 – 15). Die vergangene Welt der Griechen war eine schöne Welt, die von schönen Wesen geleitet wurde (1): „Schön“ ist ihr wichtigstes Prädikat, das wiederholt im Verlauf des Gedichtes auftaucht (7, 12, 16), das als verloren beklagt wird und das heute einzig „im Gesang“ noch zu finden sei (16, vgl. „Feenland der Lieder“, 12). Wie die Gegenwart des Schönen das Leben prägte, wird in vielen Anläufen preisend beschrieben: Freude herrschte (1); die Menschen lebten mit den Göttern (5) und waren glücklich, ohne dauernd entsagen zu müssen (1, 6); sie feierten Feste (7, 8), und selbst der Tod hatte keinen Schrecken – manche Menschen konnten sogar in den Bereich der Götter aufsteigen (9 – 11). Von (2) bis (11) berichtet das Ich von dem, was „damals“ (3, 5, 6) anders war und wie es anders war; es zählt viele Beispiele auf, vom Bekränzen der Tempel (1) und der Fahrt des Sonnengottes Helios (3) bis zum Leuchten der Sterne Kastor und Pollux (11).
In (2) gibt das Ich mehrere Erklärungen dafür ab, wieso die Welt damals schöner war:
  • Dichtung und Wahrheit waren miteinander verwoben.
  • Alle Dinge waren beseelt und empfanden.
  • Höherer Adel zeichnete die Natur aus.
  • Alles war voll von Göttern.
Das sind nun nicht vier verschieden Erklärungen, sondern nur vier Formeln der einzigen poetischen Wahrheit, dass die Menschen glücklich mit den Göttern zusammenlebten (5). Wenn die griechische Welt als „Fabelland“ (1) bezeichnet wird, so ist dies aus der heutigen Gesicht gewertet, wo die alte Welt nur noch „in dem Feenland der Lieder“ lebt, wo ihre „fabelhafte Spur“ zu sehen ist (12); allenfalls die Aussage, dass man „höhern Adel der Natur“ gab (2) und dass der Götter Spur (nur?) „eingeweihten Blicken“ sichtbar war (2), könnte die Wahrheit des Mythos relativieren – aber Dichtung und Wahrheit waren ohnehin miteinander verbunden (2).
Diese glückliche Urzeit wird im Sinn einer Entwicklungsidee als Kinderzeit der Menschheit gedeutet, wo die Menschen und die Welt durch ein leichtes Gängelband der Götter geleitet wurden (1, vgl. 15 dessen Verlust), bzw. als „Blütenalter der Natur“ (12). Im Sinn einer normalen Entwicklung liegt es, dass Menschen vom Gängelband befreit werden (vgl. 15); diese Götterwelt musste also vergehen (13) – im Bild: Der schauerliche Nordwind hat die Blüten des Süden abgerissen (13). Mit dem Nordwind ist der imaginäre Gegensatz Norden/Süden aufgerufen, wobei der Süden „eine Idee, ein Ort der Sehnsucht, des Traums“ (Dieter Richter) und das Griechentum (seit der Renaissance und dann wieder im 18. Jh.) die Verwirklichung reiner Menschlichkeit waren (vgl. Goethes „Iphigenie auf Tauris“, 1787).
Von der in der ersten Fassung des Gedichts (1788) deutlichen Kritik am Christentum ist in der zweiten Fassung nicht viel übrig. Nur in (6) werden „[f]instrer Ernst und trauriges Entsagen“ sowie die sexuelle Prüderie („Keiner Freude schämte sich der Gott“) noch als Ergebnis des Christentums beklagt. Der Eine, dem die Götterwelt weichen musste (13), ist dagegen weniger der christliche Gott als der Gott des Deismus, dessen Welt sich nach den Naturgesetzen von selber bewegt (14, 15). Der Verlust der Götter wird durch den Gegensatz von Lebensfülle (2) und toter Mechanik (14), von lebenswarmem Bild und Schatten (12), vom schönen Leben im Elysium und dem gräßlichen Gerippe des Todes (10, 9) angedeutet. In der von den Naturgesetzen beherrschten Welt, die „knechtisch dem Gesetz der Schwere“ dient (14), sind die griechischen Götter der Lebensfreude überflüssig geworden (15); doch sie nahmen auch alles Schöne, alles Hohe, alle Farben und Lebenstöne „mit sich fort“ (16), so dass uns Heutigen „nur das entseelte Wort“ (16) statt der zauberhaften Wahrheit (2) geblieben ist.
In (9) wird die mittelalterliche und neuzeitliche Darstellung des Todes als Sensenmann (etwa http://querzeit.org/gesellschaft/totentanz) aufgegriffen; er ist da ein „gräßliches Gerippe“. Dem werden freundliche antike Vorstellungen vom Tod gegenübergestellt (9 – 11); dass in der antiken Kunst der Tod als Zwillingsbruder des Schlafes einem Genius mit gesenkter Fackel geglichen habe, geht auf Lessing zurück, der seinerseits von Winkelmanns Werk „Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in Malerei und Bildhauerkunst“ (1755) inspiriert war. Archäologisch sind Schillers und Lessings Annahmen über den Tod als Genius mit gesenkter Fackel nicht haltbar.
Das würde Schiller aber auch nicht gestört haben: Unter den Göttern Griechenlands (Überschrift) führt er explizit auch einige römische Figuren auf, etwa Amor und Orkus, die er sicher nicht für griechische Götter hielt. Es kam ihm vielmehr darauf an, ein idyllisches Bild des Damals zu zeichnen, vor dem als Folie die verarmte Gegenwart als solche erkannt und beklagt werden kann: „Schöne Welt, wo bist du? Kehre wieder...“ (12), mit dieser Anrede an die untergegangene schöne Welt der Griechen wendet sich der Sprecher der Gegenwart zu, die nur eine „entgötterte Natur“ kennt, die fühllos dem Gesetz der Gravitation gehorcht (14). Die Götter jedoch kehrten „zu dem Dichterlande“ der Mythen heim (15), eine Erinnerung an sie lebt „nur in dem Feenland der Lieder“ (12, vgl. „Schöne Wesen aus dem Fabelland“, 1). In der Klage über die entgötterte Welt (12 – 15), die Gegenwart des Ich, dominiert das Präsens, während im Bericht vom Leben in der schönen alten Welt das Präteritum vorherrscht.
Einen gesonderten Abschnitt bildet (16). Zuerst berichtet das klagende Ich noch einmal vom Verschwinden der Götter und der durch sie gewährten Freuden – „Und uns blieb nur das entseelte Wort“, während früher sich „der Dichtkunst zauberische Hülle (…) lieblich um die Wahrheit wand“ (2). Doch die Götter sind zwar verschwunden, aber „gerettet auf des Pindus Höhn“ (16), sie leben also im Land der Musen, wie das Ich bereits gesagt hat („in dem Feenland der Lieder“, 12). So kann es das tröstlich-verheißungsvolle Fazit ziehen: „Was unsterblich im Gesang soll leben, / Muss im Leben untergehn.“ Mit dem Stichwort „Gesang“ ist die Dichtung, die Kunst, das Reich des Schönen aufgerufen, Heimat der Götter und damit Vorschein eines gelingenden Lebens zu sein. Das Göttliche ist in der Kunst-Religion zu finden, sagt das klagende Ich als Schlusswort; diese Sentenz hat über hundert Jahre das Geistesleben in Deutschland bestimmt.
Um das Schlusswort ganz zu verstehen, müsste man es in die Entwicklung der Schillerschen Ästhetik einordnen, was hier einfach zu weit führte. Ich begnüge mich damit, auf zwei Gedichte Schillers zu verweisen: „Die Künstler“ (https://www.friedrich-schiller-archiv.de/gedichte-schillers/highlights/die-kuenstler/, 1789) und „Der Antritt des neuen Jahrhunderts“ (https://www.friedrich-schiller-archiv.de/gedichte-schillers/highlights/der-antritt-des-neuen-jahrhunderts/, 1799). Wir müssen uns jedoch, durch das Schlusswort aufgefordert, dem Gedicht als Kunstwerk zuwenden. Die 16 Strophen sind alle gleich gebaut; jede besteht aus 8 Versen, die regelmäßig im Kreuzreim verbunden sind, durchgängig im Metrum Trochäus gesprochen. Der letzte Vers jeder Strophe ist von fünf auf drei Hebungen verkürzt; die Form des Gedichts ist also ausgewogen. Jeweils zwei Verse bilden einen Satz oder eine semantische Einheit, so dass die jeweils zweiten Reime sinnvolle Bezüge stiften, etwa ‚an der Freude Gängelband / Schöne Wesen aus dem Fabelland‘ (1); ‚Adel der Natur / eines Gottes Spur‘ (2); ‚ein Feuerball sich dreht / Helios in stiller Majestät‘ (3), usw.
Die zweite Fassung des Gedichts (1793) ist gegenüber der ersten von 25 auf 16 Strophen gekürzt; neben kleineren Veränderungen hat Schiller eine neue Strophe, die letzte, hinzugefügt. Damit hat er sicher auch, aber nicht nur auf die Kritik vieler Zeitgenossen reagiert, welche die erste Fassung als antichristliche Polemik verstanden hatten. In der Forschung ist umstritten, welche der beiden Fassungen als die bessere zu gelten habe; ich habe mich für die zweite Fassung entschieden, weil sie weniger mythologischen Ballast aufweist als die erste, weil sie kürzer und auch formal ausgewogener ist. Vielleicht ist sie geeignet, neben Goethes „Iphigenie auf Tauris“ das Griechenlandbild der deutschen Klassik zu verstehen.
Vgl. Sybille Demmer: Von der Kunst über Religion zur Kunst-Religion. Zu Schillers Gedicht Die Götter Griechenlands. In: Gedicht und Interpretationen, Band 3. Klassik und Romantik. Hrsg. von Wulf Segebrecht, Reclam 1984, S. 37 ff.
Klaus Eggensperger: Schillers Gott. Bemerkungen zu den „Göttern Griechenlands“. Pandaemonium germanicum 9/2005, S. 63 ff. (www.journals.usp.br/pg/article/viewFile/73558/77251).
Zur ersten Fassung:
Helmut Koopmann: Poetischer Rückruf. In: Interpretationen. Gedichte von Friedrich Schiller. Hrsg. von Norbert Oellers, Reclam 1996, S. 70 ff.
Fr. Schiller: Über die ästhetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen (1793):
https://www.zeit.de/2005/02/L-Schiller-Briefe (Kommentar von Iris Radisch)


P.S. Schiller wusste übrigens selber, dass das hier gezeichnete Bild der griechischen Götter einer strengen Prüfung nicht standhält, wie ein Zweizeiler von ihm belegt:

Der Genius mit der umgekehrten Fackel

Lieblich sieht er zwar aus mit seiner erloschenen Fackel,
Aber, ihr Herren, der Tod ist so ästhetisch doch nicht.


In Jan Assmanns Aufsatz „Das verschleierte Bild zu Sais – griechische Neugier und ägyptische Andacht“ (1998, https://core.ac.uk/download/pdf/83650063.pdf) werden zwei verschiedene Einstellungen zur Welt und zum Umgang mit ihr und dem Wissen vorgestellt. Dort wird deutlich, dass die abendländische Entzauberung der Welt einen Verlust des Sinns mit sich bringt, weil der Mensch (auch mit Hilfe des Monotheismus) aus der Natur herausgetreten ist. Insofern ist Schillers Klage in diesem Gedicht sachlich berechtigt, auch wenn er das Leben mit den griechischen Göttern rosig schildert und den durch das neuzeitliche Weltverständnis erzielten Gewinn nicht würdigt.

2. P.S.

Die wesentlichsten Verbesserungen dürften die Götter Griechenlands erhalten haben. Dieses Gedicht, welches bekanntlich in seiner ersten Gestalt großen Anstoß gegeben hat, ist erst jetzt, durch die zweckmäßigen Abkürzungen – die zum Theil zeigen, daß der Verfasser dem Ganzen auch etwas Schönes aufopfern könne – neue Zusätze und eine geschicktere Anordnung, zu einem wahrhaft poetischen Ganzen geworden. Die Bitterkeit, mit welcher ehedem die Vernunftreligion dem poetischen Polytheismus entgegengestellt war, ist getilgt, und die reine elegische Stimmung ist durch das ganze Gedicht erhalten, welches jetzt in zwey große Parthien zerfällt. Die erste führt uns unter die poetischen Gestalten der alten Welt, die alles belebenden Götter, die Ceremonien einer heitern Religion und in die verschönerte Unterwelt; die andere setzt, mit schonender Mäßigung, die gleichsam verödete und ausgestorbene Natur jenem idealischen Leben entgegen. Die Verworrenheit, welche vormals durch die Zerstückelung dieser Kontraste entstand, ist aufgehoben und die schneidenden Gegensätze vertilgt. Alles wird durch den sanften harmonischen Ton einer schönen Wehmut vereinigt. Vollkommen befriedigend aber und die Dissonanz der aufgestellten Ideen lösend ist der neue Schluß des Ganzen, in welchem der entschwundenen poetischen Welt ihre eigenthümlichen Gränzen angewiesen werden;
Ja, sie kehrten heim und alles Schöne
– – –
Muß im Leben untergehn.
Doch hat der Verfasser dieses Gedicht für die Freunde, die es bedauerten, eines seiner werthvollsten Gedichte mit einer solche Stenge behandelt sehen zu müssen, in dem zweyten Theile der Sammlung, ohne jede Veränderungen wieder abdrucken lassen, und somit jene schönen Stanzen wieder geschenkt.
Höher war der Gabe Werth gestiegen etc.
Aber ohne Wiederkehr verloren etc.
Freundlos, ohne Bruder, ohne Gleichen etc.
Dessen Strahlen mich darnieder schlagen etc.
Wir sehen also hier einen, überall nach dem Unendlichen strebenden, Geist. (…) Er fühlt die Gottheit im tiefsten Herzen, und das ist kein Wahn, was das tiefste Herz lebendig fühlt. Aussprechen nur läßt es sich nicht: und wagt es die Zunge ja; so webt ein heiliges Geheimniß über den Worten.
Christian Felix Weisse: Friedrich von Schillers Leben und Beurtheilung seiner vorzüglichsten Schriften. Reutlingen (1810), 3. Auflage 1817, S. 167 – 170 (geringfügige Erweiterung seiner Besprechung von Schillers Gedichten in: Neue Bibliothek der schönen Wissenschaften und der freyen Künste, 65. Bandes erstes Stück, Leipzig 1801, S. 119-121)




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